BUND Ortsverband Rheinstetten

Stellungnahmen

Auf diesen Seiten finden Sie Stellungnahmen des BUND und des LNV zu diversen Bau- und Planvorhaben in Rheinstetten.

Stellungnahme zu den geplanten Erweiterungen in Bach-West

Die Gemeinde plant im Mörscher Süden eine erhebliche Erweiterung des dezeitigen Baugebiets. Langfrsitig soll die Bebauung auch das Gebiet der heutigen Sportanlage des SV Mörsch umfassen. Zu der jetzt anstehenden Erweiterung in Bach West IV und V haben wir wie folgt Stellung genommen.

Verkehrswende? Planung Radschnellweg geht in die entscheidende Phase

In Baden-Württemberg werden derzeit mehrere asphaltierte, teilweise mehr als vier Meter breite beleuchtete Straßen für Radfahrer geplant. Grundsätzlich begrüßen wir die Stärkung der Radinfrastruktur ausdrücklich. Auch die Planung der Trasse zwischen Rastatt und Karlsruhe haben wir bislang wohlwollend begleitet und dazu im Rahmen der Machbarkeitsstudie ausführlich Stellung bezogen. Dabei haben wir stets die ursprüngliche Idee favorisiert, die Strecke möglichst entlang der alten B36 durch die Ortschaften auf weitgehend vorhandener Infrastruktur zu planen. Denn schließlich gilt es, nicht nur für den kleinen Teil der Langstreckenradfahrer sichere Radvorrangrouten zu schaffen, sondern vor allem auch den Verkehr in und zwischen den Ortschaften sicherer zu machen. Gerade das viel beschworene Beispiel Niederlande zeigt, dass eine ausgezeichnete Radinfrastruktur vor allem Verkehrsteilnehmer und Pendler auf Strecken bis zu 7,5 Kilometern zum Umstieg auf das Rad bewegen kann. Wem nützt eine Straße, die vorbei am Epplesee über die Hardt läuft, wenn er um dorthin zu kommen, erst einmal für Radfahrer grotesk gefährliche Stellen innerorts passieren muss? Wie man die Qualität eines Radweges hauptsächlich an der Anzahl seiner Kurven messen kann, ist ebenfalls schwer nachvollziehbar.
Völlig außer Acht lassen die Befürworter der östlichen Trasse über die Hardt erneut den Naturschutz. Es gibt bereits seit den achtziger Jahren ausführliche Untersuchungen, in denen die verheerende Barrierewirkung asphaltierter Straßen gezeigt wird. Für zahlreiche Insekten und Spinnen bilden diese ein unüberbrückbares Hindernis. Zudem dürfen wir auch die Lebensraumfunktion von Feldwegen nicht außer Acht lassen. Richtig gepflegte Feld- und Wiesenwege schaffen artenreiche Pflanzenbestände, stellen für viele Insektenarten wertvolle Strukturen bereit und geben Vögeln und Niederwild geeignete Rückzugsgebiete. Gerade vor dem Hintergrund des Verschwindens vieler Insektenarten und unserer Feldvögel haben sie eine wichtige Funktion, die ihre Asphaltierung verbietet. Letztlich ist aber allein schon die geplante Beleuchtung auf der Hardt nicht tolerierbar, sie wäre auf dem Hauptflugkorridor der Fledermäuse zwischen der Hardt und dem Kastenwörth auch nicht genehmigungsfähig.

Lesen hier unsere ausführliche Stellungnahme zum Scoping Verfahren.