BUND Ortsverband Rheinstetten

Ruhiges, offenes Kleinod im Hardtwald

Der Nelken-Schmielenhafer (Aira caryophyllea) ist eine von zahlreichen Rote-Liste Arten auf der Mörscher Heide.  (Ludwig Schulz / Ludiwg Schulz)

Das Gelände, welches früher von der Wehrmacht und später von der US-Army als Trainingsgelände genutzt wurde, hat sich zu einer friedlichen und überaus wertvollen Landschaft entwickelt. Die ehemaligen Bunker und Zielbauwerke dienen heute zahlreichen Insekten als geschützte Orte. Abends bleiben die Temperaturen in dem Bereich sehr lange warm und zahlreiche Fledermäuse beginnen mit ihrer Jagd. Auf der Heide leben oder jagen das Große Mausohr, die Bechsteinfledermaus, die Kleine Bartfledermaus, das Braune Langohr, das Graue Langohr, die Zwergfledermaus, der Kleine Abendsegler und der Große Abendsegler.
In den Besenginsterweiden leben seltene Schmetterlinge wie der oben im Bild zu sehende Ginsterbläuling (Plebejus idas) oder der Johanniskraut-Glasflügler (Chamaesphecia nigrifrons). Der Ginsterbläuling gilt in Baden-Württemberg als akut vom Aussterben bedroht. Neben einem Restvorkommen in Söllingen ist die Mörscher Heide der einzige bekannte Standort, auf dem der Ginsterbläunling in Baden-Württemberg zu finden ist. Neben seltenen Insekten wie dem Binsen-Prachtkäfer findet man in den unterschiedlichen Biotopen auf der Mörscher Heide auch Zwergmäuse. Amphibien und Reptilien wie die Zauneidechse.
Auch die umfangreiche Pflanzenliste und die hohe Zahl der darin enthaltenen Rote-Liste Arten zeigt die Bedeutung der Fläche.
Bereits in der Vergangenheit wurde die Mörscher Heide gegen die Interessen des Naturschutzes als Ausgleichsfläche genutzt. So fand zum Beispiel als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Neuen Messe eine Aufforstung auf der Heide statt, wodurch eine konkrete Bedrohung für das Vorkommen des Ginsterbläulings entstand. In regelmäßigen Abständen, werden weitere Teile der Mörscher Heide als Ausgleichsfläche diskutiert. Weitere Aufforstungen in diesem Bereich wären allerdings fatal.
Der BUND wird sich weiter für den Erhalt der Fläche einsetzen.